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Vorsorge

Der Anspruch auf kostenlose Vorsorgeuntersuchungen ist im deutschen Sozialgesetzbuch festgeschrieben. Die Krankenkassen bezahlen ihren Versicherten folgende Untersuchungen:

  • Die allgemeinmedizinische Untersuchung alle zwei Jahre für alle über 35-Jährigen durch den Hausarzt oder Internisten.
  • Die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung für Frauen ab dem 20. und für Männer ab dem 45. Lebensjahr. Für Frauen in der Regel durch den Gynäkologen, für Männer durch den Hausarzt, Internisten oder Urologen.

Die gesetzlichen und damit erstattungsfähigen Vorsorgeunersuchungen erfassen einen nur sehr kleinen Teil der möglichen Vorsorge, zahlreiche auch häufige Erkrankungen wie z.B. Prostatakrebs werden nicht sicher erfaßt. Für eine weitergehende Vorsorge sind kostenpflichtige Spezialuntersuchungen, die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen erforderlich:

 

Die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen

Die allgemeinmedizinische Untersuchung besteht aus vier Bereichen: dem Gespräch, der körperlichen Untersuchung, den Laborwerten und der abschließenden Beratung. Man kann sie alle zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Das moderne Orakel ist ein schmaler Teststreifen mit fünf Feldern. Er wird kurz mit etwas Urin benetzt. Anhand der folgenden Farbveränderung der einzelnen Felder lässt sich erkennen, wie viel Eiweiß, Glukose (Zucker), rote und weiße Blutkörperchen und Nitrit im Urin enthalten sind.

  • Kann man Eiweiß im Urin nachweisen, kann eine Nierenerkrankung vorliegen. Eiweiß wird aber auch nach großer körperlicher Anstrengung ausgeschieden.
  • Ein erhöhter Glukosespiegel im Urin kann auf einer Nierenfunktionsstörung oder Diabetes mellitus beruhen. Auch Schwangere scheiden aber gelegentlich vermehrt Glukose über den Urin aus.
  • Treten rote Blutkörperchen im Urin auf, dann kommen als Ursache Harnwegsentzündungen oder -verletzungen, Nierensteine oder Tumorerkrankungen in Frage, aber auch Blutgerinnungsstörungen.
  • Eine hoher Gehalt an weißen Blutkörperchen weist auf eine Harnwegsinfektionen oder einen Tumor hin.
  • Nitrit ist eine Stickstoffverbindung, die von einigen Bakterien hergestellt wird. Der Nachweis von Nitrit im Urin ist also ein indirekter Bakteriennachweis. Er zeigt, ob eine Harnwegsinfektion durch nitritproduzierende Bakterien vorliegt.

Nicht nur der Urin, auch das Blut gibt Auskunft über seinen Spender: Aus einer kleinen Blutmenge bestimmt das Labor den Gesamtcholesterin- und den Glukosespiegel. Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann auf eine zu fettreiche Ernährung oder einen zu sorglosen Umgang mit Alkohol zurückzuführen sein, aber auch auf eine anlagebedingte Fettstoffwechselstörung. Er erhöht das Risiko für "Arterienverkalkung". Das bedeutet, dass sich die Gefäßwände verhärten und weniger elastisch und durchgängig werden. Die bekannteste Folge sind Herzinfarkt und Schlaganfall.
Ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann bedeuten, dass eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vorliegt.

Krebsvorsorge Männer

Urologen, Internisten und Ärzte für Allgemeinmedizin bieten die Krebsvorsorgeuntersuchung für Männer ab dem 45. Lebensjahr an. Sie können sie einmal jährlich in Anspruch nehmen. Untersucht werden dabei die Haut und die äußeren Genitalorgane, außerdem der Enddarm und die Prostata. Größenveränderungen, Knoten oder auffällige Druckunempfindlichkeit an den Hoden müssen immer und schnell näher untersucht werden: Der (sehr seltene!) Hodenkrebs ist eine der bösartigsten Krebserkrankungen, da er sehr schnell Metastasen bildet. Frühzeitig erkannt, liegen die Heilungschancen bei 90 Prozent.

Bei vielen Männern über 50 Jahren vergrößert sich die Prostata durch gutartiges Wachstum. Der Arzt muss dies von einem möglichen Prostatakrebs unterscheiden, den man - früh diagnostiziert - heilen kann, der dafür erforderliche Blutwert (PSA) ist kein Bestandteil der kostenlosen Voruntersuchung. Ein Schnelltest auf Blut im Stuhl kann einen Hinweis auf eine möglicherweise bösartige Darmerkrankung geben. Die Lymphknoten im Leistenbereich beurteilt man nach Größe, Zahl, Lage, Beweglichkeit, Festigkeit und Schmerzhaftigkeit. Veränderungen an den Lymphknoten können auf eine Infektion oder einen Tumor hinweisen.

Krebsvorsorge Frauen

Jede Frau kann ab dem 20. Lebensjahr jährlich eine Krebsvorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Bei Frauen bis 30 Jahre umfasst sie die gezielte Befragung nach Krebserkrankungen in der Familie sowie die gynäkologische Untersuchung der Genitalorgane. Außerdem nimmt der Frauenarzt einen Abstrich aus dem Gebärmutterhalskanal und seiner äußeren Wand und untersucht ihn unter dem Mikroskop auf Krebszellen.

Bei Frauen ab 30 Jahren tastet er zusätzlich die Brustdrüsen ab sowie die Lymphknoten unter den Achseln und oberhalb des Schlüsselbeins. Kann der Arzt Knoten ertasten, kann das (muss aber nicht!) auf Brustkrebs hinweisen. Das gilt auch, wenn sich Größe, Zahl, Lage, Beweglichkeit, Festigkeit und Schmerzhaftigkeit der Lymphknoten verändert haben.

Bei Frauen ab 45 Jahren gibt es zusätzlich eine rektale Untersuchung. Außerdem wird ein Schnelltest auf Blut im Stuhl durchgeführt, da dies auf eine Tumorerkrankung hinweisen kann.

Am Schluss dieser Untersuchung sollte Ihr Arzt Sie immer über die Untersuchungsergebnisse informieren.